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Bericht über das 2. World Forum on Music und die 32. IMC General Assembly

Während fünf Tagen (11.-16. Oktober 2007) fand im Konferenzhotel Xinhai Jinjiang in Beijing das 2. World Forum on Music und die 32. General Assembly des Internationalen Musikrats statt.

2nd World Forum on Music

Vertreter von Musikorganisationen aus allen Branchen und von Musikräten aus 36 Ländern der Welt kamen im Forum zusammen, um sich über aktuelle Fragen in den Bereichen Musikpolitik, Musikerziehung, kulturelle Diversität, Urheberrecht und Music and Development zu unterhalten.

UNESCO-Konvention über cultural diversity
In Zukunft geht es nicht nur darum, die Konvention zu ratifizieren. Der viel wichtigere Schritt wird deren qualitative Umsetzung und Integration in den musikalischen (auch gesetzlichen) Alltag sein.

Musikerziehung
Es geht nicht länger nur darum, Musikerziehung zu ermöglichen und zu fördern. Eine Aufgabe der Zukunft besteht für viele Länder in Westeuropa und Nordamerika darin, die Bildung und Weiterbildung von Musiklehrern an die Hand zu nehmen, und zwar nicht nur in quantitativer Hinsicht (etwa mit einem Angebot von Lehrgängen und Weiterbildungen für bereits ausgebildete Lehrer), sondern ebenso in qualitativer Hinsicht (etwa durch Errichten von Standards für Weiterbildung auf verschiedenen Stufen (Kleinkind, Kindergarten, Schule, Hochschule etc.)). Wichtig scheint darüber hinaus, dass die Musiklehrer der Zukunft sich nicht nur auf einen Stil / eine Art der musikalischen Erziehung beschränken, sondern dass sie versuchen, die musikalische Vielfalt und kulturellen Besonderheiten ihres Landes und des Auslands an die Schüler weiterzugeben (Rock/Pop gehört da ebenso dazu wie Volksmusik, Jazz oder Weltmusik).

Urheberrecht
Einmal mehr haben sich Komponisten, ausübende Künstler, Produzenten, Sendeunternehmen, Verleger und Konsumenten zum Thema Urheberrecht unterhalten. Obwohl laut darüber diskutiert wurde, ob es sich um Urheber- (author) oder Copyright handeln soll, war allen Teilnehmenden klar, dass es einen rechtlichen Schutz braucht. Wie dieser gehandhabt wird (Digital Rights Management, Abgabe pro Song, freier Zugang zu Musikstücken dank Trägerpauschalen etc.), wurde überaus kontrovers besprochen.

Music and Development
Viele Länder beklagen den Verlust musikalischer Traditionen. Dies geht nicht nur auf die fehlende musikalische Erziehung, fehlende gesetzliche Förderung oder die fortschreitende Globalisierung zurück. Einige Länder fürchten auch die Technologie, welche spezifische Tonschritte (gerade in afrikanischen Kulturen) nicht mehr zulässt. In der Arabischen Welt verkommt Musik immer mehr zur reinen Unterhaltungs- und Gebrauchsmusik. Die musikalische Tradition wird generell nicht mehr bewusst weitergegeben und erfährt nur eine zufällige Bewahrung.

32th General Assembly IMC

Der neuen Mitgliedschafts-Struktur (man will den IMC für jedwelche Organisationen im musikalischen Bereich öffnen, um ihm mehr Gewicht zu verleihen) wurde mit überaus klarer Mehrheit zugestimmt. Es gibt neu folgende drei Mitgliederkategorien: Internationale Organisationen und nationale Musikräte; regionale Musikräte; lokale Organisationen.
Eine neue Mitgliederstruktur wurde beschlossen, mit der in Zukunft hoffentlich mehr nationale Musikräte in der Lage sein werden, ihren Mitgliederbeitrag zu bezahlen.
Nationale Musikräte werden nach dem Bruttosozialprodukt sowie nach UNESCO-Zahlung des betreffenden Landes berechnet. Das wird für die Schweiz neu einen Mitgliederbeitrag von EUR 1600.- bedeuten. Bisher: USD 1500.-. Die neuen Mitgliederbeiträge werden bereits im Jahr 2008 in Kraft treten.
Sonja Greiner (Europa Cantat, Deutschland), Timo Klemettinen (Finish Music Council, Vorstandsmitglied EMC) und Liane Hentschke (Präsidentin ISME, Brasilien) wurden neu in den Vorstand des Internationalen Musikrats gewählt.

Regina Senften
1. November 2007