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ISME – International Society for Music Education
World Conference 2006 in Kuala Lumpur – Malaysia

Die Universität MARA in Kuala Lumpur und die Malaysische Association für Musikerziehung waren der Gastgeber des diesjährigen ISME – Weltkongresses.
SENTUHAN – TOUCH – „IN BERÜHRUNG KOMMEN“ – unter diesem Motto trafen sich über 800 Musikpädagogen aus der ganzen Welt.
Im wahrsten Sinne des Wortes kamen verschiedenste Musikkulturen miteinander „in Berührung!“ Forschungsprojekte weltweit wurden vorgestellt, musikdidaktische und –methodische Konzepte diskutiert und teilweise in Workshops gleich umgesetzt.
In Lunchtime- und Abendkonzerten traten Kinder-, Jugend- und Schulchöre, aber auch verschiedenste Instrumentalensembles aus der ganzen Welt auf.
Besonders interessant war es, das durchwegs auf hohem Niveau stehende Musizieren von Kindern und Jugendlichen aus Malaysia, China, Japan, Indien und den Philippinen zu erleben. Die asiatischen Ensembles wurden ergänzt durch Gruppen aus Norwegen, Finnland, Russland, der Türkei und Australien.

ISME Kommissionen
In der Woche vor dem Kongress fanden in  verschiedenen asiatischen Ländern die Konferenzen der sieben ISME Kommissionen statt. Sie kümmern sich um Themen und Bereiche der Musikerziehung, welchen  der Weltverband eine besondere Bedeutung zuschreibt.  Im Rahmen des Kongress wurde über die Arbeit in den Kommissionen berichtet:
- Education of the Professional Musician
- Music in Schools und Teacher Education
- Research
- Early Childhood Music Education
- Community Music Activity
- Music in Cultural, Educational & Mass Media Policies
- Music in Special Education, Music Therapy, Music Medicine

Themen des Kongresses
Seit ihren Anfängen ist  die ISME dem Konzept der musikalischen Vielfalt verpflichtet. Sie fördert den Einbezug von traditioneller Musik aus allen Kulturen der Welt in den  Unterricht. Musikethnologische Beiträge öffnen dabei kulturelle Schranken, Workshops und Unterrichtsbesuche stellen konkrete Inhalte und Methoden in der Musikerziehung auf allen Stufen vor.
Verschiedenste Forschungsprojekte decken einen weiten Bereich musikpädagogischer Fragestellungen ab. Sie wurden in Referaten und Posterpräsentationen  vorgestellt und diskutiert.
Die EAS (Europäische Arbeitsgemeinschaft Schulmusik) gestaltete zwei grössere Veranstaltungen, in der sie einerseits die Musiklehrerbildung in den europäischen Staaten darstellte und in einem weiteren Podium laufende, konkrete Projekte wie z.B. das soeben bewilligte Comeniusprojekt „meNet“ – music education Network“ vorstellte. (A European Programme on School Education Developing and Planning.) Mehr Informationen auf der Website der EAS: www.eas-music.net und ab Januar 2007 unter www.menet.info.
Viel Beachtung fand auch ein Symposium zum Thema „Practice and Research in Integrated Music Education“, welches durch Markus Cslovjecsek von der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz organisiert wurde. Die intensive Diskussion nach vier ganz unterschiedlichen Beiträgen aus der Schweiz, Japan, Kanada und den Niederlanden zeigte deutlich, wie wichtig Forschung und Entwicklung in diesem Bereich der Musikpädagogik ist. Die in vielen Ländern laufenden Curriculumreformen fordern von den Musikpädagogen mehr und mehr ein integratives Verständnis von Musikpädagogik. Diese Entwicklung birgt sowohl Chancen als auch Risiken. Im Nachgang zum Symposium wurde auf der Konferenz bereits ein internationales Netzwerk zum Thema lanciert. Mehr Informationen unter: http://campus.ph-solothurn.ch/Music/PrimePage

Der Hochschulplatz Luzern stand im Mittelpunkt eines Themas
Auf grosses Interesse stiess die Vorstellung der Machbarkeitsstudie für die Erarbeitung und Entwicklung von Leistungsstandards im Fach Musik für die Volksschule. Josef Scheidegger stellte die von ihm verfasste Studie und die Bemühungen um einen gemeinsamen Forschungsauftrag der PHZ (Pädagogische Hochschule Zentralschweiz) und der Musikhochschule Luzern (innerhalb der Fachhochschule Zentralschweiz)) für die Erarbeitung von Standards und Kompetenzen für das Fach Musik an Volksschulen vor. Am nächsten ISME Kongress 2008 in Bologna wird die EAS zu diesem Thema eine spezielle Veranstaltung durchführen. Im Rahmen der EAS und der ISME laufen in der Zwischenzeit verschiedenste Gespräche und entsprechende gemeinsame Vorbereitungsarbeiten.

Die ISME geht neue Wege: ISME Regional Konferenzen
In Prag konnte 2005 nach intensiven Kontakten und Gesprächen der EAS, vertreten durch Josef Scheidegger als Präsident, mit der ISME ein Zusammenarbeitsvertrag unterzeichnet werden. Demnach ist die EAS neu der Ansprechpartner der ISME für musikpädagogische Themen in Europa.
Entsprechend wurden und werden in nächster Zeit in andern Teilen der Welt entsprechende Ansprechpartner gesucht. Mit Asien/Pazifique besteht eine weitere Kooperationsvereinbarung, mit Südamerika, Nordamerika und Afrika werden nächstens Verträge abgeschlossen.
Diese Partner führen in den Jahren ohne ISME Kongress ISME Regionalkonferenzen durch. Für die EAS wird dies 2007 in Pitea (Schweden) und 2009 in Tallin (Estland) sein. Diese werden innerhalb der ordentlichen EAS Kongresse stattfinden.

Wahlen in den ISME Vorstand
Die Schweiz ist im Vorstand des Weltverbandes für musikalische Bildung – ISME - vertreten!
In jedem Kongressjahr finden Vorstandswahlen statt. Dabei werden die Mitglieder des Vorstandes für zwei Jahre gewählt, eine einmalige Wiederwahl ist möglich.
Als neuer Präsident für die Zeit von 2008 – 2010 wurde der Schwede Prof. Dr. Hakan Lundström aus Malmö gewählt.
Ins Amt eingesetzt wurde Frau Prof. Dr. Liane Hentschke aus Brasilien. Der jetzige Präsident Prof. Dr. Gerry MacPherson aus Hongkong waltet neu als Past Präsident.

Im weiteren wurden aus 20 Kandidaten in den Vorstand gewählt:
- Polyvios ANDROUTSOS, Griechenland (neu)
- Diana BLOM, Australien*
- Pamela BURNARD, UK/Australien*
- David FORREST, Australien (neu)
- C.Victor FUNG, USA/Hongkong (neu)
- Gunnar HEILING, Schweden (neu)
- Marvelene C.MOORE, USA (neu)
- Shinobu OKU, Japan*
- Jamary OLIVEIRA, Brasilien (neu)
Josef SCHEIDEGGER, Schweiz (neu)
- Patricia SHAND, Kanada*
- Sheila WOODWARD, USA/Südafrika*

* Wiederwahl für weitere 2 Jahre

Josef Scheidegger neu im ISME-Vorstand
An der alle zwei Jahre stattfindenden Weltkonferenz der International Society for Music Education wurde der Luzerner Musikpädagoge Prof. Josef Scheidegger in das Board of Directors gewählt. Die ehrenvolle Wahl in Kuala Lumpur (Malaysia) würdigt die Verdienste Scheideggers als langjähriger Präsident der Europäischen Arbeitsgemeinschaft Schulmusik (EAS). Es darf davon ausgegangen werden, dass damit auch die kürzlich angelaufene Zusammenarbeit zwischen den beiden Organisationen konsolidiert werden soll.