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Aarau/Luzern, 14. Januar 2005
Kürzung des Pro Helvetia Kredites
Die Wellen der Parlamentsdebatte um die Hirschhorn-Ausstellung im Centre Culturel in Paris sind verebbt. Dem Vorstand des Schweizer Musikrates SMR ist es jedoch auch nachträglich ein Anliegen, seiner Bestürzung und Enttäuschung Ausdruck zu geben.
Über die von Pro Helvetia geförderten Projekte kann man immer geteilter Meinung sein. Die Pro Helvetia ist eine unabhängige Stiftung, auf die die Schweiz stolz sein darf und um die uns die Kulturschaffenden im Ausland beneiden. Sie wird zwar vom Parlament finanziell alimentiert und ist ihrem Stiftungszweck verpflichtet, in der Ausgestaltung ihrer Fördertätigkeit jedoch ist sie frei.
Die Pro Helvetia wegen künstlerischer Inhalte zu bestrafen, ist politisch sehr fragwürdig. Zudem erreicht die Wirkung dieser Massnahme die falschen Adressaten. So wird, zu unserem grossen Bedauern, auch der Musik-Sektor betroffen sein und damit Mitglieder des Schweizer Musikrats.
Gerade im Musikbereich hat die Pro Helvetia in den vergangenen Jahren Hervorragendes geleistet. Ohne ihre Unterstützung wären weniger Kompositionsaufträge erteilt worden. Uraufführungen, Konzerttourneen und Vieles andere mehr hätten nicht durchgeführt werden können.
Was die Diskussion im Parlament jedoch vor allem gezeigt hat, ist die Notwendigkeit einer kulturpolitischen Debatte. Mitglieder des Schweizer Musikrates haben viel Zeit und Energie in das Kulturförderungsgesetz investiert, das im Entwurf vorliegt, jedoch auf die Vernehmlassung wartet. Die Aufgabenteilung Bund/Kanton, Pro Helvetia/EDA, Präsenz Schweiz und Schweiz Tourismus ist dringend notwendig. Es gibt, gerade in der Musik, Aufgaben, die von keiner dieser genannten Institutionen wahrgenommen wird, wie z.B. Beiträge an gesamtschweizerische Jugendprojekte. Wir wiederholen daher unsere Bitte, die wir im Novemberbrief ausgesprochen haben: Einen eigentlichen Dialog "was ist Kultur und warum brauchen wir sie" im Parlament in Gang zu setzen.
Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis und grüssen Sie freundlich.
Prof. Dr. Alois Koch, Präsident Ursula Bally-Fahr, Geschäftsführerin |