C’est le ton qui fait la musique
Am 4. Oktober 2007 traf sich die Parlamentarische Gruppe Musik bereits zum 10. Mal in Bern. Hauptthema war die von den Medien kürzlich verbreitete Ankündigung von Radio DRS, Schweizer Volksmusik ab März 2008 auf die DRS Musikwelle zu verlagern.
Präsidentin Christine Egerszegi-Obrist eröffnete das Treffen mit einem charmanten Hinweis auf die vergangenen hektischen Tage im Nationalrat. Es komme ihr sehr gelegen, sich für einmal statt mit politischen Geheimplänen mit Musikwellen auseinander zu setzen. Die ersten Akzente setzte darauf ebenso charmant der 17jährige Thurgauer Hackbrettspieler Nicolas Senn, der seinem urchigen Instrument mitunter erstaunlich moderne Klänge entlockte. Was hatte man im Blätterwald nicht alles über die Pläne von Schweizer Radio DRS im Zusammenhang mit Schweizer Volksmusik lesen müssen! Von Abbau und Verbannung der Volksmusik und –kultur war die Rede. Schweizer Radio DRS werde zum Totengräber unserer Volksmusik, war zu lesen. Nach diesem medialen Sperrfeuer tat es gut, anhand einer Präsentation durch Arthur Godel (Stv. Direktor Radio DRS) und Walter Kälin (Leiter Moderation & Musik) die ganze Wahrheit aus erster Hand zu hören: Unter dem Strich werden mit der Verlagerung auf DRS Musikwelle Schweizer Volksmusik und Brauchtum pro Woche um annähernd sechs Stunden Sendezeit ausgebaut! Also mehr einheimische (und internationale) Blas-, Ländler-, Jodel- und Chormusik.
Sendungen wie Schwiizer Musig, Firabemusik, Wunschkonzert, Gratulationen, Wunschkonzert, Zogä-n-am Bogä oder Gruss vom Bodensee erhalten im Rahmen der neuen Ausrichtung mehr Sendezeit und attraktivere Sendeplätze. Neu wird jeden Sonntagvormittag ein volkstümlicher Brunch gesendet.
Dringender Informationsbedarf besteht vor allem auch hinsichtlich der Verbreitung via DAB (Digital Audio Broadcasting). Hier gilt es zuerst einmal, die Fakten zur Kenntnis zu nehmen. Der gute alte Mittelwellensender Beromünster wird per Gesetz Ende 2008 abgeschaltet. Zum selben Zeitpunkt wird der Empfang von DAB in der ganzen Schweiz möglich sein – in ungleich höherer Qualität. Entwarnung konnte auch betreffend der neuen DAB-Technologie gegeben werden: DAB Radios sind einfach zu bedienen. Nach dem Einschalten werden die Sender automatisch gesucht, programmiert und benannt. Der Preis für ein DAB Radio liegt unter 100 Franken. Ab März 2008 ist die DRS Musikwelle neben DAB ist weiterhin via Kabel, Internet (www.drsmusikwelle.ch) und Satellit zu empfangen.
Auf die Frage, ob es Sinn mache, auf eine Technologie zu setzen, die sich europaweit erst in England durchgesetzt hat, antwortete Arthur Godel: „Es ist wie bei der ewigen Frage nach dem Ei und dem Huhn. Wer war zuerst? Braucht es zuerst die Inhalte (Radioprogramme) oder die technische Verbreitung? Wir handeln auf einen politischen Entscheid des Bundesrates, der auf DAB setzen will. Insofern übernimmt die Schweiz damit eine Vorreiterrolle, indem wir ab Frühling 2008 gleichzeitig Inhalte und Verbreitung auf DAB anbieten.“
Die ruhige und sachliche Präsentation der Strategie von Schweizer Radio DRS kam bei den Anwesenden sehr gut an. Das durfte auch die neue Präsidentin des Schweizer Musikrates, Isabelle Milli, feststellen, die erstmals bei einem Treffen der Parlamentarischen Gruppe Musik dabei war. Sie wurde denn auch durch die Präsidentin Christine Egerszegi besonders herzlich willkommen geheissen. |